Diplom Psychologin

Sylvia Oelze

Jeder Mensch trägt die Möglichkeit zur inneren Heilung in sich, denn der Mensch ist Leben und Leben strebt hin zu Heilung und Ganzheit.

Blick in die Praxis

Briefe zur Begrüßung

Oft ist es ein schwerer Schritt, sich für eine Psychotherapie zu entscheiden. Hier folgen drei Briefe, die neuen PatientInnen bei Ihren Überlegungen helfen sollen.

Liebe Eltern,

Sie machen sich Sorgen um Ihr Kind, es geht ihm nicht gut und Sie haben die Idee, eine psychotherapeutische Behandlung könnte helfen, oder aber Ihr Kind bittet Sie darum, ihm bei der Suche nach einem Therapieplatz zu helfen, ohne dass Sie so ganz genau verstehen, wie Ihr Kind darauf kommt.

Bevor eine psychotherapeutische Behandlung beginnt, gibt es genügend Zeit für Gespräche, in denen geklärt werden kann, was überhaupt hilfreich ist. Wenn die Kinder noch sehr klein sind, verabrede ich immer erstmal einen oder auch mehrere Termine nur mit den Eltern. Erst wenn eine psychotherapeutische Behandlung bei mir in Betracht kommen könnte, würde ich einen Termin zum Kennenlernen mit Ihrem Kind vereinbaren, an dem Sie teilnehmen können. Nur wenn das Kind sich bei mir wohl fühlt und gerne wieder kommen möchte, sind die Voraussetzungen für das Gelingen einer psychotherapeutischen Behandlung gegeben. Nach weiteren Terminen, die der diagnostischen Abklärung, der Therapieindikation und -planung dienen, kann schließlich bei Bedarf eine Therapie bei der Krankenkasse beantragt werden. Je nach Problematik reicht eventuell eine Kurzzeittherapie mit maximal 24 Stunden oder eine Langzeittherapie mit maximal 160 bzw. 180 Stunden und zusätzlichen Stunden für die Eltern. Immer ist eine Kostenübernahme bei der Krankenkasse zu beantragen.

Auch Sie als Eltern werden in die Behandlung mit einbezogen. Die Unterstützung der Eltern ist um so wichtiger, je jünger das Kind ist. In der Regel finden die Stunden mit den Eltern und die Therapiestunden mit den Kindern getrennt statt und jeder hat ein Recht auf Vertraulichkeit. Das heißt, ich teile Ihnen nicht mit, was Ihr Kind mir erzählt hat, und umgekehrt teile ich dem Kind nicht mit, was Sie mir erzählen. Die Vertraulichkeit ist eine der wichtigsten Bedingungen für das Gelingen einer Psychotherapie. Selbstverständlich werden Sie in die Therapieplanung und -beantragung mit einbezogen und alles erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Ihnen. Sollte Ihr Kind schon älter sein, kommt es vor, dass es die Einbeziehung der Eltern explizit nicht wünscht. Das ist für die Eltern oft schmerzlich, aber ich würde in einem solchen Fall den Wunsch des jugendlichen Kindes erst einmal respektieren, damit ein Vertrauensverhältnis entstehen kann.

Es kommt auch vor, dass Eltern einen Therapiebedarf für ihr Kind sehen, das sich aber zunächst sträubt, zu einem fremden Menschen zu gehen, weil es sich nicht vorstellen kann, dass solche Gespräche helfen können. In einem solchen Fall spreche ich auch bei einem schon älteren Kind erst einmal alleine mit den Eltern und wir überlegen gemeinsam, wie Ihr Kind eine Theraepiemotivation entwickeln kann, was ihm helfen könnte, Hilfe in Anspruch nehmen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Sylvia Oelze